Sonntag, 7. April 2013

Zwei Welten

Der Kern von Edinburgh besteht im wesentlichen aus zwei Teilen, die zwei Gesichter einer Stadt, und nie wird dieser Unterschied augenscheinlicher als Nachts:
Die New Town nördlich der Princes Street Gardens, mit der Princes Street und George Street, Shoppingmeile und High Class Restaurants, Hotels, Bars und Clubs - dort trifft man Freitag, Samstag abends und nachts größtenteils auf bis in die Zehenspitzen gestylte Menschen, die Cocktails für £8 und mehr schlürfen und zu R'N'B abtanzen - und dann gibt es die Old Town südlich der Gardens, mit der Royal Mile, Grass Market und Cowgate, Touristenmagnet und Party Hotspot, wo man zur selben Zeit einen ganz anderen Eindruck vom Edinburgher Nachtleben bekommt und es von etwas schäbigen bis einfach coolen Clubs alles gibt, von dreckigen Drum & Bass bis Underground Electronic und schottischen Folkrock, wo es von jungen feierwütigen Menschen nur so wimmelt, wo auf den Straßen die Party weitergeht, auch wenn alle Clubs um 3h morgens schließen und der Straßenmusiker den Xylophon-Soundtrack liefert.
Beide Seiten dieser Stadt haben ihre ganz eigene, sehr spezielle Anziehungskraft, und in beiden finde ich einen Teil von mir selbst wieder, je nachdem, in welcher Gesellschaft.
Bin ich nun ein New Town Girl oder ein Old Town Girl....? Keines und beides! Und dabei fühle ich mich sehr privilegiert, denn ich bekomme das Beste aus zwei Welten - auch das ist es, was ich an Edinburgh mag.

Sonntag, 31. März 2013

Durch alle Betten

Urlaub in der alten Heimat, fast zwei Wochen Tour durch Österreich liegen hinter mir und natürlich wurde ich von meinem Mann begleitet. Es war eine sehr schöne Zeit, in der wunderbare Erinnerungen generiert wurden: Bekannte Gesichter voller Freude, herzliche Umarmungen und Küsschen, viel Lachen und köstliches Essen.
Eine Erfrischungskur für alte Verbindungen, die nie abgebrochen sind, aber natürlich im Lichte der großen Entfernung einer Bewährungsprobe ausgesetzt sind, obwohl sich auch zeigt, dass echte Freundschaft nahtlos anknüpfen kann.



Einer der Höhepunkte unter vielen war ein wunderbares Dinner in exquisiter Runde im grossartigen Restaurant DER STEIRER, all die schönen Dinge des Lebens destilliert.

Ein großes Dankeschön geht an all unsere herzlichen Gastgeber, die selbstlos sogar ihre eigenen Betten geräumt haben, damit wir Quartier beziehen konnten und die uns verköstigten und verwöhnten.

Zurück in Edinburgh fühle ich mich im Moment etwas deplatziert und seltsam introvertiert. Die Heimreise war anstrengend und der Abschied schmerzhaft aber ohne Zweifel hatte ich mich auch auf unsere eigene Wohnung gefreut und sogar auf die Arbeit und auf das geplante Dinner mit den Girls am Freitag. Der war schön, aber ich merke auch, dass mir im Moment ein wenig die Energie fehlt und dass ich einfach eine kleine Pause brauche von all dem Trubel nach dieser emotionalen Überlastung.

Freitag, 15. März 2013

Twentythirteen

Wie bitte!? Es ist schon März? Wie konnte denn das passieren!
So oder so ähnlich geht es mir in letzter Zeit häufig und ich frage mich, wohin die Zeit eigentlich immer so verschwindet, wenn sie so an  mir vorbeirast.
Meine Tage sind gefüllt mit reiner Freude am Leben und mein Alltag ist unglaublich unkompliziert und supereasy, manche würden das wahrscheinlich als langweilig bezeichnen, aber ich empfinde diese Leichtigkeit und Unbekümmertheit als eine sehr angenehme Phase.

In der Vergangenheit gab es viele spannende Momente in meinem Leben, Nervenkitzel und Angst vor dem, was kommen mag,  wie die Zukunft wohl aussehen würde, wenn ich diese oder jene Entscheidung treffe, Ärger oder sogar Wut über Ungerechtigkeiten, körperliche und mentale Fastzusammenbrüche und die Anstrengungen, die es braucht, da wieder rauszukommen.
Im Moment aber, auch wenn ich nicht weiß, wie sich die Situation in ein paar Monaten oder einem Jahr entwickelt haben wird, bin ich absolut verhaftet im Jetzt und Hier, auch aufgrund dessen, dass ich weiß, man kann vieles bewältigen, wenn man nur den Willen dazu aufbringt und es geht immer irgendwie weiter.
Ich selbst bin Architektin und kann gestalten, was mir nicht gefällt oder mich entscheiden es zu lassen.

Das ist also eine der wichtigsten Lektionen, die ich gelernt habe, seit ich zum ersten Mal ernsthaft daran gedacht habe, nach Schottland zu ziehen ist: Take it easy!
Oder wie Sonny in BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL sagt: "Everything will be allright in the end... if it's not allright then it's not yet the end."
Mein Gefühl sagt mir, dass ich in Edinburgh genau am richtigen Platz bin, dass hier genau dieser vibe herrscht, dass hier meine Gelassenheit zu meiner Umgebung passt, oder vielmehr von ihr unterstützt wird.



Besuch aus und in Österreich

Während zurück in Österreich tiefster Winter herrschte, verbrachte meine Mutter eine Woche in Edinburgh mit uns. Es war eine wunderschöne Woche, die sich frühlingshaft gab und es gab viel Lachen, Herzlichkeit und gutes Essen, Eiscreme und Sonnenschein am Strand und holprige Fahrten in Bussen. Einfach Zeit zu genießen!



 

Sehr bald werden wir auch unserer alten Heimat einen Besuch abstatten und weil die Zeit sehr knapp ist, wird das Programm dicht gedrängt sein, um möglichst viel aus dieser Zeit zu machen. In erster Linie geht es natürlich um Menschen, denn Freunde und Familie zu treffen und wirklich Zeit gemeinsam zu verbringen und irgendwie wieder "anzudocken", das ist es, worauf ich mich besonders freue.


Sonntag, 6. Januar 2013

Irgendwie angekommen

Zeit ist eine komische Sache, so unberechenbar und unmöglich zu fassen, oft scheinen die Zeiger der Uhr still zu stehen, dann wieder möchte man sie festhalten, weil sie so rasen.
Bereits fast fünf Monate sind vergangen, seit Urs und ich nach Edinburgh gekommen sind, irgendwie unglaublich, dass es erst fünf Monate waren, weil sich alles so schnell verändert hat. Andererseits kommt es mir manchmal so vor, als wäre es erst vor einer Woche gewesen, dass wir an Giuseppes Tür geläutet haben und, spät aber doch, erstmals unser Zimmer bezogen.

Heute aber wohnen wir in unserer eigenen Wohnung, nahe den Häfen von Leith und Newhaven, nur ein paar Minuten Fußweg von meinem Arbeitsplatz im OCEAN TERMINAL und ein paar Minuten Busfahrt von Uptown. Das Leben ist ruhiger geworden hier, nachdem eine gewisse Beständigkeit eingekehrt ist mit unseren Jobs and neuen Bekanntschaften.

Der Anker ist geworfen und Wurzeln fangen an, sich zu bilden und in die schottische Erde zu graben. Natürlich gibt es sehnsüchtige Momente, in denen ich nichts lieber sehen würde, als ein Lächeln in einem der Gesichter, die ich am meisten vermisse. In denen ich mir wünschte, ich würde nicht auf die oft dürftige Übertragungsqualität von SKYPE angewiesen sein und einer ungefilterten Stimme zuhören können oder einfach mit einer Umarmung ausdrücken zu können, wozu Worte manchmal nicht reichen.
Trotzdem bin ich dankbar für all diese Möglichkeiten, die es einfacher machen, die Entfernung zu überbrücken. Auch, weil es mir hilft, ein paar unvermeidliche Schuldgefühle runterzuschlucken, aber darauf muss ich hoffentlich nicht näher eingehen. Vor allem aber bin ich dankbar, dass Urs an meiner Seite ist und all das mit mir erlebt.

Wie z. B. unser erstes HOGMANAY in Edinburgh, die schottischen Feierlichkeiten zu Silvester und Neujahr. Zum zwanzigsten Jubiläum von Europas größter Street Party wurde wieder einiges geboten an Highlights. Wir hatten Tickets für das Garden Concert mit BWANI JUNCTION, THE VIEW und SIMPLE MINDS, die auch Zugang zur Street Party mit ihren verschiedenen Bühnen garantierten.
Schon am Abend ging es ziemlich rund, als tausende Menschen in die Princes Street strömten um eine gute Zeit zu haben und den Start in ein neues Jahr mit großem Trara zu feiern. Die Stimmung war ausgelassen und ansteckend und die Musik der perfekte Soundtrack. Ab 21h gab es zu jeder vollen Stunde als kleine Überraschung ein Mini-Feuerwerk als Countdown, einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns um Mitternacht erwartete. Als SIMPLE MINDS um 23:30h die Bühne betraten, waren meine Füße bereits etwas unterkühlt, aber die Stimmung am Kochen. Die kommenden 25 Minuten Bühnenshow steigerten die Vorfreude und in den letzten Sekunden des Jahres 2012 wurden wir Teil einer Stimme, als tausende Menschen gemeinsam rückwärts zählten und um Mitternacht jubelten und sich in die Arme fielen und küssten, den Glocken lauschten und mit vielen "Aaaaaah"s und "Oooooh"s und Jubel und Applaus das großartige Feuerwerk genossen und "Auld Lang Syne" anstimmten.




Danach ging die Party auch auf der Bühne weiter und SIMPLE MINDS beendeten ihr Set. Eine wunderbare Erinnerung und auf jeden Fall ein Event, der eine Reise wert ist, weshalb auch jedes Jahr hier eine große Menge and Touristen nach Edinburgh strömt, um hier dabei zu sein.
Dieses Jahr war auch eine ganze Gruppe von Travelbloggern angereist und in alle Winkel der Welt aus Edinburgh und später anderen Plätzen Schottlands berichteten.







Wir hatten jedenfalls eine wunderschöne Zeit uptown und einen großartigen Start ins neue Jahr. Ich nehm das offizielle HOGMANAY-Motto "13 BE LUCKY" mit und freu mich auf all die Dinge, die mich dieses Jahr erwarten.



Sonntag, 28. Oktober 2012

Payday!

Freitag war mein erster PAYDAY in UK! Zumindest was den Job angeht, den ich gekündigt hab, also drei Wochen Teilzeitarbeit stehen auf dem Lohnzettel, den ich am Donnerstag in meiner Post hatte, gemeinsam mit dem TAX-Formular. Mein zweiter Lohnzettel ist auch schon da und die letzten beiden Wochen in meiner neuen Firma werden dann am Mittwoch auf meinem Konto landen. Kein schlechtes Gefühl, das erste selbstverdiente Geld im neuen Land eintrudeln zu sehen!

Der Job ist gut, das Team großartig und ich hab meinen Platz sehr schnell gefunden. Es ist alles sehr relaxt und orientiert sich an den Menschen, nicht allein an Zahlen. Alles in allem hätte ich es kaum besser treffen können!
Mein Arbeitsplatz liegt im Einkaufszentrum OCEAN TERMINAL in Leith, einem Stadtteil Edinburgh's, der sehr lebhaft ist - einerseits THE SHORE, ein Weg entlang dem Ufer, gespickt mit Sterne-Restaurants und Bars, der historische Kern des früheren seperaten Leith (später ist Edinburgh quasi "hineingewachsen") mit vielen schönen alten Gebäuden und dann eine Ansammlung neuer Wohnkomplexe rund um die Häfen und natürlich viele Industriegebäude.






Je nachdem wen man fragt, ist Leith entweder einfach cool oder heruntergekommen, was wahrscheinlich auch beides irgendwo zutrifft, denn ich finde immer wieder beides, aber das macht Leith auch interessant.
OCEAN TERMINAL ist nicht allzu groß, hat aber alles, was man braucht und als Highlight die ROYAL YACHT BRITANNIA, Queen Elizabeth's ehemaliges Schiff, das hier dauerhaft vor Anker liegt und täglich Besucher aus aller Welt anzieht. Außerdem hat es auch einen wundervollen Blick auf das Wasser, was mich regelmäßig in der Mittagspause erfreut.






Und weil ich mit der Wahl meines neuen Jobs absolut zufrieden bin und glaube, dass ich mich hier lange wohlfühlen werde, kann auch die Wohnungssuche endlich richtig durchstarten.
Am Freitag war deswegen erstmal ein kleiner Besichtigungsmarathon angesagt - leider waren viele der Wohnungen, die wir ansehen wollten schon beim ersten Anruf weg und eine weitere Besichtigung wurde kurzfristig von der Agentur abgesagt, am Ende sind also nur drei Besichtigungen übriggeblieben: Eine One-Bedroom-Altbau-Wohnung in Meadowbank, was sehr zentral gelegen ist, und zwei Two-Bedroom-Neubau-Wohnungen in Leith, was nah an meiner Arbeitsstelle wäre.

Letztlich konnten wir uns für keine der beiden größeren Wohnungen in Leith entscheiden, vor allem, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmte und die Gebäude und Wohnungen etwas seelenlos waren, wohingegen die kleine Wohnung in Meadowbank sehr charmant und heimelig wirkte, was natürlich z. T. mit dem alten Haus und den geschliffenen Holzdielen zu tun hat. Und sowohl der Preis als auch die Lage konnten überzeugen. Nun müssen wir nur noch Glück haben und die Wohnung auch noch kriegen, weil ich erst am Montag anrufen kann und ich nicht weiß, ob sie noch da ist. Falls es klappt, können wir am 23. November einziehen!

Sonntag, 14. Oktober 2012

Nur in Edinburgh passiert sowas!

Samstag war mein letzter Arbeitstag in der alten Firma und Maria, meine spanische Kollegin, hatte mich gefragt, ob ich Lust hätte gemeinsam mit meinem Mann und ihrem Freund Jesus (nur keine albernen Witze, ja!?) abends noch auf ein Bier und und in ein indisches Lokal zum Essen zu gehen.
Da brauchte ich nicht lange zu überlegen, indisch essen wollten wir sowieso schon mal und da kam es gelegen, das gemeinsam mit etwas erfahreneren Leuten in Indischer Cuisine zu tun. Und überhaupt: eine so nette Einladung zu einem gemeinsamen Abend mit der Chance auf eine gute Zeit schlägt man einfach nicht aus!

Es begann ganz gemütlich bei ein, zwei Ales, Bier und Ginger Beer in THE BLACK BULL TAVERN, perfekt gelegen am Schnittpunkt zwischen Old Town und New Town, nur ein paar Schritte von der Waverley Station und Princes Street, eine derbe Bar mit einem wilden Mix aus Metal und Klassikern aus den 70ern und 80ern.
Die Stimmung war gelöst und es war definitiv mehr als nur eine flüchtige Bekanntschaft greifbar, sehr ähnliche Beweggründe und Erfahrungen hatten uns alle hier her gebracht, zwei von uns erst kürzlich und zwei bereits vor drei Jahren.

Noch ein kurzer Stopp bei TESCO, um Wein und Bier (und in meinem Fall wieder mal Ginger Beer) einzukaufen, damit war alles bereit für KHUSHI's und unsere erste Erfahrung mit Indischer Esskultur. Die BYOB (Bring Your Own Bottle) Idee fand ich ja schon mal ziemlich genial und es passt genau zur relaxten Atmosphäre, die in Edinburgh herrscht.

Im Lauf des Abends hatten wir herausgefunden, dass noch andere Freunde und Freunde von Freunden in unserer Runde sein würden und bei unserer Ankunft lernten wir Shona kennen, auf den ersten Händedruck sympathisch und interessant, schottische Musikerin des Projekts PLUM ( http://www.plumtunes.com/ ) und, wie sich später herausstellen sollte, eine ziemlich liebenswürdige Person.

Nach und nach kamen auch die restlichen Teilnehmer, unserer illustren Runde, die außerdem aus einem indisch-englischen Travel Blogger, einer amerikanischen Travel Bloggerin, einem englischen Autor und Teilzeit Blogger und einem schottischen Internet und Graphic Designer bestand. Nicht Jeder kannte Jeden, aber alle waren sehr guter Laune und offen für neue Bekanntschaften, erzählten von sich und ihren Projekten oder diskutierten alle möglichen schlüpfrigen Themen (thematisch hauptsächlich reiseorientiert).
Besonders in Erinnerung ist mir das "Tal der beschnittenen Penisse", das sich offenbar in der Türkei im Nirgendwo finden lässt!

Das Essen, mithilfe von Kash, meinem indischen Nachbarn bestellt und ausgesucht, war unglaublich gut und allein schon der Geruch von all diesen Gewürzen und die Anzahl an kleinen Metallschalen am Tisch machte richtig Appetit.
Das Highlight aber war wirklich die Erkenntnis, inmitten einer wunderbaren kleinen Runde von Menschen gelandet zu sein, deren hauptsächliches Ziel es war, an diesem Abend wie im Generellen, das Beste aus ihrem Leben zu machen und das zu tun, was glücklich macht, ohne sich von Zukunftsängsten in die Enge treiben zu lassen. Für mich eine Inspiration und Bestätigung, am richtigen Ort zu sein und ein Ansporn, auch meiner Kreativität zukünftig wieder mehr Raum zu geben!







Ausgeklungen ist der Abend in einem wilden Sturm von Live Brass-Musik im Club STUDIO 24, wo BALKANARAMA am Programm stand und die heißblütigen Rhythmen die angeblich so kühlen Nordländer zum Abtanzen animierte und die Ausgelassenheit sich vollends Bahn brach.

In jeder Hinsicht war dieser Abend eine Bereicherung und eine Gelegenheit, sich auch als Teil eines Kollektivs zu fühlen anstatt zwischen den Welten zu stehen.
Es gibt ein Buch mit Fakten und Details über Edinburgh, das wie ein Quiz aufgebaut ist, und in der Einleitung stellt der Autor dem Leser die Frage, ob er ein Edinburgher ist oder nur ein Tourist, der es noch nicht fertiggebracht hat, abzureisen. Diese Frage würde ich gerne relativieren, denn ich glaube ein Edinburgher wird man nicht mit möglichst viel Wissen über die Geschichte der Stadt, wie es in diesem Buch, wenn auch durchaus interessant und unterhaltsam, präsentiert wird, sondern man ist es im Herzen, wenn man verstanden hat, was diese Stadt so besonders macht!

Dienstag, 9. Oktober 2012

Das geht ja flott!

In den letzten Tagen ging es wirklich Schlag auf Schlag. Am Freitag hatte ich ein Job Interview bei einer großen Kette für eine Vollzeit-Position als Sales Advisor und am Samstag bereits bekam ich einen Anruf mit dem Angebot, das ich aufgrund anderer Entwicklungen erst mal auf Eis legen mußte, denn bereits kurz davor hatte ich einen Anruf der Managerin einer Filiale eines global Players in Fashion Business im Ocean Terminal in Leith, das ist der Stadtteil von Edinburgh direkt um den Hafen, dort wo auch die Royal Yacht Britannia vor Anker liegt, die mich zu einem zweiten Gespräch mit dem Area Manager für Dienstag eingeladen hatte. Hierbei ging es um eine weitere Vollzeit-Position, aber diesmal als Junior Assistant Manager, kurz JAM.

Das Gespräch mit dem Area Manager heute war sehr angenehm und anregend und ich schätze sehr die Direktheit und den Humor, der offensichtlich zur Firmenkultur gehört. Ganz klar: damit kann ich mich identifizieren und eine neue "Heimat" in beruflicher Hinsicht finden. Natürlich ist es auch wahnsinnig cool, in Zukunft täglich so schöne Klamotten zu tragen, denn das gehört schon dazu!
Und damit nehme ich auch vorweg, daß ich kurz nach dem Gespräch auch schon den Job angeboten bekommen und zugesagt habe.

Es war also eine aufregende Zeit und noch nicht mal zwei Monate sind vergangen, seit wir nach Edinburgh gekommen sind, ganz ohne eine genaue Vorstellung davon, wie es laufen wird und wie gut meine Qualifikationen und mein Auftreten hier in Schottland ankommen werden. Drei Jobinterviews hatte ich bisher und ein Zweitgespräch und in allen drei Fällen wurde mir der Job angeboten - das ist doch keine schlechte Bilanz!

Überhaupt fühle ich mich wirklich angekommen. Überall komme ich mit Menschen ins Gespräch und merke, wie positiv die Grundeinstellung gegenüber anderen ist, das ist genau das, was mir echt Freude macht. Die Erwartungen mögen manchmal hoch sein, aber das ist mir viel lieber als die zynische Herangehensweise, der ich bisher häufig begegnet bin.